Sportive Vermessung

Am 21./22.07. war wieder unser jährlicher Messevent im Rahmen des STR Triathlon am "Senftenberger See". Wie schon in den vergangen Jahren übernahmen wir die Betreuung der Schwimmstrecke. Dazu gehörten das Auslegen der Bojen sowie der Aufbau des Wasserstarts und des Ausstieges. Hierbei kommt unser vermessungstechnisches Knowhow zu Tragen.

Die Örtlichkeit gibt die Ein- und Aussteigepunkte vor. Diese liegen am nahen Schiffanlieger und am Übergang zur Wechselzone, wo die Schwimmer dann auf ihr Rad steigen. So müssen die 750 Meter Schwimmstrecke auf den See verteilt werden. Dazu wurde anhand der Punkte vor Ort und von Kartenwerk eine Schwimmstrecke entworfen und 2 Bojen-Positionen bestimmt.

Die Bojen werden bereits am Vortrag des Wettkampfes ausgesetzt. Da der Verein kein eigenes Boot besitzt und dies auch nicht so einfach erlaubt wäre, im Badebereich zu fahren, erfolgt die Betreuung der Schwimmstrecke zusammen mit dem DRK Rettungsschwimmer.   

In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal ein hochgenaues Vermessungs-GPS aus unserem Unternehmen verwendet. Theoretisch könnten wir so jede Boje auf 2 cm positionieren; dies ist aber in der Praxis nicht umsetzbar. Unser Fachwissen wurde hier auch gleich voll gefragt, da unsere ursprüngliche Streckenplanung noch im alten System Gauß-Krüger vorlag und das neue GPS-System nur im amtlichen Koordinatensystem ETRS89 arbeitet (etwas für den geneigten Fachleser). Daher mussten schnell noch die Koordinaten umgerechnet werden.

Der Ablauf der sportiven Vermessung

Zuerst mussten die Bojen, Leinen und die Gewichte aus dem Lager geholt werden und die Bojen dann auch mit Luft in Form gebracht werden. Parallel wurde schon am Strandbereich fleißig der Ein- und Ausstieg markiert.

Danach musste das Equipment erstmal auf die Boote. Die Ankerpunkte der Bojen wurden dann mit dem Motorboot angesteuert und die Bojen ausgelegt. Dabei mussten bis zu 30 Meter Leine und Ankermaterial im Senftenberger See versenkt werden. Dies dauerte eine gewisse Zeit und brachte dann leider auch eine geringe Positionsbewegung in die Bojen rein. Hier geht aber die Sicherheit vor, da die Leinen mit den Gewichten über Bord müssen, kein Helfer sich hier in den Leinen verfangen soll und mit ins Wasser geht. Somit wird wohl vom optimalen Kurs 15 bis 20 Meter abgewichen; dies entspricht aber immer noch einer Genauigkeit von ca. 3% vom Sollwert. Im letzten Jahr haben wir dem Verein große, gelbe Regatta-Bojen gespendet, damit die Schwimmer diese besser im Wettkampf sehen können.

Früher musste immer noch auf Altmaterial eines Wassersportvereins zurückgegriffen werden; das Material stammte noch aus der DDR und war schon etwas "ergraut".

Am Wettkampftag sicherten wir gemeinsam mit dem Rettungsschwimmer die Schwimmstrecken ab und passten auf, dass kein Schwimmer abkürzt. Die Aufgabe ist verantwortungsvoll, da oftmals doch 2 bis 3 Schwimmer ihre Kräfte überschätzt haben oder sich eine Verletzung zugezogen haben. Diese müssen dann in die Boote geholt werden. Dies ist dann der Job des DRK-Teams, welches dafür bestens trainiert ist. Ernsthafte Verletzungen sind eher selten; aber die Leute geraten häufig schnell in Panik, wenn Sie 200 Meter vom Ufer weg sind und ein Problem haben. Deshalb ist hier Aufmerksamkeit, Eile und Teamarbeit geboten.

Wenn alle Schwimmdurchläufe fertig sind, muss dann wieder alles an Land geholt und ins Lager gebracht werden. Trotz der Plagerei bei 32 Grad macht es trotzdem immer viel Spaß, hier den Verein zu unterstützen.